Erbschaftssteuer und Schenkungsteuer     Tipp Juni 2002

In meinem Tipp f√ľr April 2001 hatte ich empfohlen, sich kurzfristig Gedanken √ľber die √úbertragung von Grundverm√∂gen zu machen, weil zu erwarteten war, da√ü der Gesetzgeber den Wertansatz f√ľr Grundst√ľcke drastisch erh√∂hen w√ľrde.

Daraus ist nichts geworden, die bisherige Regelung gilt weiter bis zum Jahre 2006.

Nun gibt es wegen der Beg√ľnstigung der Besteuerung beim Betriebsverm√∂gen und beim Grundverm√∂gen verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Vorschriften des Erbschaftsteuergesetzes. Wenn Sie also in Zukunft Erbschafts- oder Schenkungsteuerbescheide erhalten, sollten Sie darauf achten, da√ü diese Bescheide vorl√§ufig nach ¬ß 165 Abs. 1 Nr. 3 AO sind.

Da wir nicht damit rechnen k√∂nnen, da√ü die Erbschafts- oder Schenkungsteuer endg√ľltig aufgehoben wird, sollte unter Ber√ľcksichtigung meiner Ausf√ľhrungen vom April 2001 gepr√ľft werden, ob durch √úbertragung von Verm√∂gen ggf. schon Freibetr√§ge ausgenutzt werden k√∂nnen. Diese Freibetr√§ge werden in folgender H√∂he gew√§hrt:

Ehegatten

307.000,00 ‚ā¨

Kinder und Stiefkinder

205.000,00 ‚ā¨

Kinder verstorbener Kinder und Kinder verstorbener Stiefkinder

205.000,00 ‚ā¨

u.s.w.

H√§ufig scheitert die √úbertragung von gr√∂√üeren Verm√∂gensteilen von den Eltern auf die Kinder daran, da√ü z.B. das gesamte Verm√∂gen auf den Namen des Ehemannes eingetragen ist. Da k√∂nnte eine steuerfreie √úbertragung vom Vater an die Kinder nur in H√∂he von jeweils 205.000,00 ‚ā¨ erfolgen.

W√ľrde der Vater gleichzeitig noch der Mutter einen steuerfreien Betrag von 307.000,00 ‚ā¨ √ľbertragen, so w√ľrde dies ebenfalls steuerfrei erfolgen. Diese √úbertragung darf nicht an Bedingungen, z.B. an die Weitergabe dieser Betr√§ge an Kinder gekn√ľpft sein.

Sollte die Mutter sich sp√§ter entschlie√üen, die vom Ehemann erhaltenden steuerfreien Bez√ľge von insgesamt 307.000,00 ‚ā¨ an ihre beiden Kinder zu √ľbertragen, so w√§ren von den Eltern an die Kinder insgesamt die folgenden steuerfreien Schenkungen erfolgt

Vater an Kind 1

205.000,00 ‚ā¨

Vater an Kind 2

205.000,00 ‚ā¨

Mutter an Kind 1

153.000,00 ‚ā¨

Mutter an Kind 2

153.000,00 ‚ā¨

Steuerfrei wurden √ľbertragen von den Eltern an die Kinder

717.000,00 ‚ā¨

Vater

307.000,00

Mutter

205.000,00

205.000,00

153.000,00

153.000,00 =

717.000,00

Kind 1

Kind 2

Kind 1

Kind 2

Zur Ausnutzung der vollen Freibeträge könnte bei größeren Vermögen wie folgt verfahren werden:

 Vater und Mutter beenden den G√ľterstand der Zugemeinschaft durch eine notarielle Vereinbarung der G√ľtertrennung. In diesem Fall ist die √úbertragung von hohem Verm√∂gen vom Vater an die Mutter steuerfrei, weil hier nur der Mutter der Teil formell √ľberschrieben wird, der ihr ohnehin im Rahmen der Zugemeinschaft zusteht. Es liegt also keine Schenkung vor, die √úbertragung erfolgt, ohne da√ü Steuer anf√§llt.

Unter der Voraussetzung, da√ü das Verm√∂gen mindestens 820.000,00 ‚ā¨ betr√§gt, k√∂nnen jetzt die folgenden steuerfreien √úbertragungen von den Eltern an die Kinder erfolgen.:

Vater an Kind 1

205.000,00 ‚ā¨

Vater an Kind 2

205.000,00 ‚ā¨

Mutter an Kind 1

205.000,00 ‚ā¨

Mutter an Kind 2

205.000,00 ‚ā¨

Steuerfrei wurden √ľbertragen von den Eltern an die Kinder

820.000,00 ‚ā¨



Vater

410.000,00

Mutter

205.000,00

205.000,00

205.000,00

205.000,00 =

820.000,00

Kind 1

Kind 2

Kind 1

Kind 2


Sie sehen, da√ü durch diese einfache Methode immerhin innerhalb von 10 Jahren 103.000,00 ‚ā¨ mehr steuerfrei von den Eltern an die Kinder √ľbertragen werden k√∂nnen.

Zur Abwendung ung√ľnstiger Auswirkungen der G√ľtertrennung bestehen keine Bedenken, wenn im Anschlu√ü an die Schenkung die Eltern wiederum den G√ľterstand der Zugewinngemeinschaft vereinbaren.

Die Erfahrungen haben gezeigt, da√ü es wichtig ist, diese etwas komplizierte Materie nicht allein dem Notar zu √ľberlassen, sondern im Zweifelsfalle einen kompetenten Steuerberater hinzuzuziehen.

 

Wir weisen ausdr√ľcklich darauf hin, da√ü zwischenzeitliche √Ąnderungen im Steuerrecht die hier angegeben Hinweise ausser Kraft gesetzt, oder eingeschr√§nkt haben k√∂nnen.

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